DrainGarden®-STREET

DrainGarden®-STREET ist unser System für die Versickerung Oberflächenwässern, das hauptsächlich im Bereich Straßen- und Parkplatzabwässern eingesetzt wird. Es wird dabei in einem mineralischen Substrat das Wasser gereinigt, sehr rasch versickert und pflanzenverfügbar gespeichert. Die im System zwingend erforderliche Bepflanzung bringt zahlreiche zusätzliche ökologische (klimatische) Vorteile. Die Grundlage bildet dabei eine siedlungswasserbauliche Bemessung auf ein grundsätzlich 30 jährliches Regenereignis. Es wird, da das Substrat selbst als Retentionsraum dient, keine tiefe Mulde ausgebildet und die Sickerflächen können auch unabhängig vom Kanalsystem ausgeführt werden.

Das DrainGarden®-STREET-System ist ein innovatives Regenwassermanagement-System. Es wird mit Hilfe einer eigens entwickelten Substratkombination eine schnelle Versickerung und langfristige, pflanzenverfügbare Speicherung von Oberflächenwässern ermöglicht. Durch die unbedingt erforderliche Bepflanzung der Sickermulden – je nach Größe der Sickermulde auch mit Bäumen – wird das gespeicherte Wasser über die Evapotranspiration der Pflanzen wieder in die Luft abgegeben und das Speichermedium erneut aufnahmefähig gemacht. Dies bewirkt auch einen positiven lokalen Klimaeffekt durch Abkühlung der Umgebung, um bis zu 5° C an heißen Tagen.

Bei der Verwendung von Bäumen hat deren Schattenwurf auch eine zusätzliche kühlende Wirkung, die auch hilft Hitzeinseln zu vermeiden. Durch die Substrateigenschaften ist es möglich Verunreinigungen der Oberflächenwässer herauszufiltern und die Wässer durch das vorhandene Bodenleben zu reinigen – was für die Versickerung von Straßen- und Parkplatzabwässern, vor der Einleitung in das Grundwasser, auch eine gesetzliche Vorgabe ist. Generell werden die Anlagen auf die Versickerung eines 30 jährlichen Regenereignisses ausgelegt. Das heißt es können auch die allermeisten, der immer häufiger werdenden, Starkregenereignisse ohne Überflutungsgeschehen versickert werden. Das System DrainGarden®-STREET wurde in jahrelanger Forschungsarbeit, zusammen mit der Universität für Bodenkultur Wien entwickelt. Seit 2014 wurden bereits an die 100 Versickerungs-Anlagen, hauptsächlich im Raum Niederösterreich, erfolgreich eingebaut.

Technische Beschreibung

DrainGarden®-STREET-System

Der Aufbau besteht im Normalfall im untersten Teil aus einer Schicht Untersubstrat. Dieses besteht aus einem groben Gerüstkorn – kantiger Schotter 0/63 – mit einem Feinmaterialanteil, der zur Wasser- und Nährstoffspeicherung dient. Dieses Material ist strukturstabil und kann auch statisch verdichtet werden. Das bedeutet, dass das Material auch überbaut werden kann – z.B. mit den Fundamenten für die Rand- und Begrenzungssteine der Sickerflächen. Diese Schicht kann in einer maximalen Mächtigkeit von ca. 1,5 m eingebaut werden.

Darüber wird dann eine ca. 0,5 m dicke Schicht aus Obersubstrat aufgebracht. Dieses ist eine Spezialmischung aus Bodenhilfsstoffen und Humus, mit einer Korngröße von 0/16. Diese Schicht dient einerseits zur Filterung der Oberflächenwässer – deshalb darf die Schichtstärke laut ÖWAV-Regelblatt 30 cm nicht unterschreiten, andererseits wird durch die Spezialstruktur des Substrates eine hohe Sickerfähigkeit mit einer hohen Wasserspeicherfähigkeit und einem optimalen Nährstoffangebot für die Bepflanzung kombiniert. Da durch Verdichtung und Verschlämmung die Funktionsfähigkeit stark eingeschränkt wird, darf diese Schicht nicht verdichtet, befahren, bebaut, verschmutzt oder ähnliches werden.

Es sei hier explizit darauf hingewiesen das DrainGarden®-STREET-Anlagen als technische Filteranlagen zu klassifizieren sind und somit gewartet und gepflegt werden müssen. Der Schottermulch an der Oberfläche dient als gestalterisches Element und als Schutzschicht. Im Substrat oder an der Oberfläche darf generell kein Vlies eingebaut werden (Ausnahmen gibt es z.B. bei Verbauung einer Drainage-Leitung). Weiters darf, aufgrund der Gefahr der Verschlämmung, kein Rindenmulch oder ähnliches organisches Material verwendet werden.

Nach Abschluss der Befüllung der Regenwassermanagementflächen mit Substrat sollte gleich im Anschluss deren Bepflanzung oder Abdeckung durchgeführt werden, um eine Verdichtung oder Verunreinigung zu vermeiden. Wir empfehlen eine Abdeckung der Flächen mit Schotter (Schottermulch – z.B. Naturstein 16/32), um Erosion durch Starkregen oder Wind zu verhindern. Insbesondere bei Straßenabschnitten mit Gefälle hat sich gezeigt, dass, gepaart mit einem abgetreppten, stufigen Aufbau, der Schotter die Fließenergie des Wassers entscheidend reduzieren kann. Gleiches gilt für die Einlaufenergie in die Versickerungsflächen bei großen Wassermengen (wie bei Starkregen), da es sonst zu einer unerwünschten Materialverfrachtung kommen kann. Zusätzlich hilft der Mulch die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Durch die Schottermulchschicht wird auch der Pflegebedarf gesenkt, da grobe Verunreinigungen schnell entfernt werden können und der Anwuchs von unerwünschter Begleitvegetation verzögert oder unterdrückt wird.

Die Körnung und Art des Schotters ist am besten mit dem Auftraggeber abzustimmen. Er sollte aber eine Mindestkörnung von 16 mm aufweisen und mit einer maximalen Schichtstärke von 5 cm aufgebracht werden. Beim Einbau ist besonders auf die vorhandene Bepflanzung zu achten.

Alternativ zur Abdeckung mit Schotter ist eine flächige Bepflanzung der Anlage möglich (z.B. auch als Kombination mit Schottermulch bei den Einläufen für die Einlaufenergiereduktion). In diesem Fall werden Bodendecker, Stauden und eventuell auch Rasen verwendet um eine geschlossene Pflanzendecke zu erreichen. Bis sich die Pflanzendecke geschlossen hat, ist mit einem Mehraufwand für die Pflege zu rechnen, um das Aufkommen von unerwünschter Begleitvegetation zu reduzieren. Auch zu bedenken ist, dass Pflanzenreste nach Pflegeeingriffen entfernt werden müssen, um ein Verschlämmung zu verhindern.

Das Obersubstrat weist einen kf-Wert von X*10-4 m/s auf.

Das Untersubstrat hat einen kf-Wert von XXX m/s.

Durch diese Voraussetzungen können auf einem Quadratmeter Fläche in der Stunde XXX Liter Wasser versickert werden.

Das Porenvolumen des Substrats ist jedenfalls größer als 40%. Das heißt ein Kubikmeter Substrat kann mindestens 400 Liter Wasser aufnehmen.

Zusätzlich zur raschen Versickerungsleistung wird im Substratkörper auch ein großer Teil des Wassers langfristig, aber pflanzenverfügbar, gespeichert.

Der Anteil an Speichervolumen beträgt jedenfalls 35% des Substratvolumens, d.h. in einem Kubikmeter Substrat werden mindestens 350 Liter Wasser gespeichert und stehen der Bepflanzung im Anschluss für deren Versorgung zur Verfügung. Wie lang dieser Vorrat ausreicht, ist von der Art der Bepflanzung und den klimatischen Umständen abhängig. Das Wasser, das nicht im Substrat gespeichert wird, versickert in den umgebenden Mutterboden oder, wenn vorhanden, über eine Drainageleitung.

Für eine Ableitung in das Grundwasser ist eine Reinigung von Schwermetallen, zyklischen Kohlenwasserstoffen und sonstigen Verunreinigung notwendig. Die Vorgaben für die Reinigungsleistung sind durch das ÖWAV-Regelblatt 45 vorgegeben.

Für das DrainGarden®-Substrat haben wir die erforderliche Filterleistung für die folgenden im ÖWAV-Regelblatt definierten Flächen-Kategorien nachgewiesen:

F1 – Dachflächen, Terrassen, Rad- und Gehwege, nicht befahrbare Vorplätze.
F2 – Parkflächen für Pkw (<20 Pkw, <75 Pkw bei geringem Wechsel), Fahrflächen mit < 500 Kfz/24h JDTV.
F3 – Parkflächen für Pkw (<75 Pkw bei häufigem Wechsel, <1000 Pkw), Fahrflächen < 15000 Kfz/24h JDTV, Stellflächen für Lkw – wesentliche Verschmutzung ausgeschlossen, Lager- / Manipulations- /Umschlagplätze – wesentliche Verschmutzung ausgeschlossen.
F4 – Parkflächen für Pkw (> 1000 Pkw), Fahrflächen > 15000 Kfz/24h JDTV, Betriebliche Fahrflächen, Plätze und Flächen mit wesentlicher Verschmutzung (z.B. durch Landwirtschaft, Fuhrunternehmen und Märkte)

Die geforderten Werte beim Schwermetallrückhalt werden sogar übertroffen. Die Reinigung der Kohlenwasserstoffe wird ebenso erreicht. Bei den filtrierbaren Stoffen werden XXX% aus dem Wasser entfernt.

Abgesehen von der für die Versickerung der Wassermengen aus den Einzugsflächen notwendigen Substratkubatur und der sich aus der Bemessungsberechnung ergebenden Tiefe der Sickermulden ist die Einbautiefe der DrainGarden®-Flächen mit ca. 2 m Tiefe beschränkt. Die minimale Einbautiefe ergibt sich aus der notwendigen Filterwirkung und wir setzen diese, mit Sicherheitspuffer, auf ca. 0,5 m fest. Laut ÖNORM sind mindestens 30 cm belebter Bodenfilter erforderlich.

Das Obersubstrat darf nicht verdichtet oder überbaut werden, da das die Funktionsfähigkeit der Sickeranlage beeinträchtigen würde.

Das Untersubstrat kann statisch verdichtet und auch überbaut werden. Es werden dabei Festigkeiten von XXX MN/m² erreicht. Diese sind ausreichend für z.B. das Betonieren und das Setzen der Begrenzungssteine für die Sickerflächen, Gehwege, etc..

Grundsätzlich werden DrainGarden®-Anlagen mindestens auf die Versickerung eines 30 jährlichen Niederschlagsereignisses berechnet und ausgelegt. Das ist, gepaart mit der guten Infiltrationsleistung, für die meisten Starkregenereignisse ausreichend. Auf expliziten Kundenwunsch, oder wenn die örtlichen Gegebenheiten nichts Anderes zulassen, werden auch reduzierte Jährlichkeiten (5 oder 10 jährliche Ereignisse) für die Bemessung verwendet. Zum Vergleich: Die Ortskanalsysteme sind normalerweise auf 2 bis 5 jährliche Regenereignisse ausgelegt.

DrainGarden®-STREET-System

Versickerung und Filterung Straßenoberflächenwässer

Die Versickerung von Straßenoberflächenwässern ist eines der Haupteinsatzgebiete des DrainGarden®-STREET-Systems. Der relativ geringe Flächenbedarf, sowie die attraktive Gestaltung machen die Versickerungsflächen zu einer ansprechenden Lösung im Straßenbereich. Die Sickerflächen werden dann in Form von Rabatten mit Baumbepflanzung neben den Fahrflächen ausgeführt. Die erforderliche Filterleistung ist gewährleistet und zusätzlich nutzen Sie die kühlenden Effekte des DrainGarden®-Systems. Vor allem bei Siedlungsstraßen und Neuerrichtungen von Siedlungsgebieten ist auch der passive Hochwasserschutz und die Reduktion in der erforderlichen Kanalinfrastruktur für unsere Kunden ein großer Vorteil.

Versickerung und Filterung Parkplatzoberflächenwässer

Die oft geforderte Versickerung auf Eigengrund, gepaart mit der notwendigen Filterleistung und der Bepflanzung mit schattenspendenden Bäumen, sind bei der Neuerrichtung oder Umstrukturierung von Parkplatzflächen gute Gründe für den Einsatz der DrainGarden®-STREET-Anlagen. Die Parkplätze von Freizeit- und Sportanlagen oder Schulen und ähnlichem werden durch die DrainGarden®-STREET-Anlagen nicht nur versickerungstechnisch adäquat behandelt, sondern auch grüner, bunter und schöner. Auch Supermarktparkplätze, mit deren erhöhtem Verkehrsaufkommen, oder Umschlagplätze und Lade- oder Manipulationsbereiche im Gewerbebereich zählen zu den möglichen Einsatzgebieten.

Technische Umsetzung DrainGarden®-STREET-System

Beratungshinweis DrainGarden®-STREET

Die DrainGarden®-STREET-Anlagen werden für jedes Projekt individuell geplant und basierend auf den durch die jahrelange Forschung gewonnenen Erkenntnissen und den lokalen Eingangsdaten für die Berechnung im ÖWAV Regelblatt 45 bemessen. Eine genaue siedlungswasserbauliche Planung, die die Einzugsflächen, Ableitungswege und Versickerungs- und Retentionsmöglichkeiten berücksichtigt ist für ein erfolgreiches Projekt notwendig. Die Planung von DrainGarden®-STREET-Flächen ist für alle Ziviltechniker für Siedlungswasserbau, Architekten, Landschaftsplaner, usw. freigegeben und möglich. Wir empfehlen dennoch, schon in der Planungsphase, mit der Zenebio GmbH Kontakt aufzunehmen. Wir stellen die Erstberatung kostenlos zur Verfügung. Eine zweite Meinung ist oft hilfreich und der Teufel liegt, gerade bei einer komplexen Materie wie der Oberflächenentwässerung, oft im Detail. Wir beraten Sie gerne!

Für eine gute Gesprächsgrundlage ist es hilfreich, wenn Sie uns die Projektdaten (geologische Voraussetzungen, Einreichplan, Bemessung der Versickerung, Ausführungszeitraum, geplante Bepflanzung) übermitteln.

Wir bieten Ihnen auch an die gesamte Planung und Bemessung, mit einer unserer Partnerfirmen, zu übernehmen. Diese Leistung können wir allerdings nicht kostenfrei anbieten und erstellen Ihnen im Anlassfall gerne ein Angebot.

Ablauf Umsetzung DrainGarden®-STREET

Die DrainGarden®-STREET-Anlagen werden für jedes Projekt individuell geplant und basierend auf den durch die jahrelange Forschung gewonnenen Erkenntnissen und den lokalen Eingangsdaten für die Berechnung im ÖWAV Regelblatt 45 bemessen. Eine genaue siedlungswasserbauliche Planung, die die Einzugsflächen, Ableitungswege und Versickerungs- und Retentionsmöglichkeiten berücksichtigt ist für ein erfolgreiches Projekt notwendig. Die Planung von DrainGarden®-STREET-Flächen ist für alle Ziviltechniker für Siedlungswasserbau, Architekten, Landschaftsplaner, usw. freigegeben und möglich. Wir empfehlen dennoch, schon in der Planungsphase, mit der Zenebio GmbH Kontakt aufzunehmen. Wir stellen die Erstberatung kostenlos zur Verfügung. Eine zweite Meinung ist oft hilfreich und der Teufel liegt, gerade bei einer komplexen Materie wie der Oberflächenentwässerung, oft im Detail. Wir beraten Sie gerne!

Für eine gute Gesprächsgrundlage ist es hilfreich, wenn Sie uns die Projektdaten (geologische Voraussetzungen, Einreichplan, Bemessung der Versickerung, Ausführungszeitraum, geplante Bepflanzung) übermitteln.

Wir bieten Ihnen auch an die gesamte Planung und Bemessung, mit einer unserer Partnerfirmen, zu übernehmen. Diese Leistung können wir allerdings nicht kostenfrei anbieten und erstellen Ihnen im Anlassfall gerne ein Angebot.

  • Idealerweise werden wir sehr früh in die Projektabwicklung eingebunden. Dann können wir Ihnen beratend zur Seite stehen und Ihnen helfen eine gute Lösung für die Problematik der Oberflächenentwässerung zu finden.

  • Es muss in der Folge oder im Vorfeld eine geologische Untersuchung der Untergrundverhältnisse speziell im Hinblick auf die Versickerungsfähigkeit des Mutterbodens vorgenommen werden. Hierzu sind normalerweise auch einige Bodenschürfe durchzuführen.

  • Nicht außer Acht lassen dürfen Sie auch die hydrologischen Abflussgegebenheiten im Umfeld des Projektgebietes. Das dient dazu die hydrologische Gesamtsituation zu beurteilen, um unliebsamen nassen Überraschungen in der Folge vorzubeugen.

  • Es werden dann die Sickerkörper basierend auf den im Projekt vorhandenen Einzugsflächen und deren Oberflächeneigenschaften bemessen. Dies erfolgt im Zuge einer siedlungswasserbaulichen Planung durch einen Ziviltechniker. Die Grundlage für die Bemessung der DrainGarden®-STREET-Flächen ist im Normalfall mindestens ein 30 jährliches Regenereignis. Im Vergleich dazu werden die Kanalsysteme meistens auf 2 bis 5 jährliche Regenereignisse ausgelegt. Wir wollen mit den DrainGarden®-STREET-Anlagen jedoch eine zusätzliche Sicherheitsreserve bieten – auch im Hinblick auf die immer heftiger werdenden Starkregenereignisse.
  • Nach einer zufriedenstellenden Bemessung und eventuell entsprechender Anpassung der Planung, kommt es im Zuge der weiteren Projektabwicklung zu einer Direktvergabe oder Ausschreibung. Die aktuellen Ausschreibungsunterlagen (Link) für das Leitprodukt DrainGarden®-STREET stellen wir Ihnen gerne auf Anfrage zur Verfügung.

  • Die Generalunternehmer und Baufirmen holen dann bei uns ein entsprechendes Angebot ein.

  • Nach der Zuschlagserteilung erfolgt die weitere Abwicklung je nach Baufortschritt.

    Prinzipiell gibt es zwei Varianten der Bauausführung.

  • In Variante eins mit durchgehender Bauausführung ist die Künette fertig ausgehoben und die Randsteine bereits gesetzt. Hier wird das Untersubstrat und gleich folgend das Obersubstrat gefüllt. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Künette ausgehoben wurde, wir füllen das Untersubstrat, darauf werden dann die Randsteine gesetzt. Dann wird das Obersubstrat eingebracht. Abschließend werden die Flächen bepflanzt und eventuell mit Schottermulch abgedeckt.

  • In Variante zwei wird die Künette ausgehoben und mit Untersubstrat, bis ca. minus 50 cm von der fertigen Geländeoberkante, befüllt. Das Untersubstrat wird mit einem Schutzvlies abgedeckt und mit einer Schutzabdeckungsschicht überzogen. Die Abdeckung können wir durchführen oder die Erdbaufirma selbst. Das Material der Schutzschicht kann zum Beispiel Frostkoffermaterial sein. Anschließend kommt es zu einer Projektunterbrechung, zum Beispiel auf Grund von fortgesetzter Bautätigkeit im Siedlungsgebiet. Um eine Verunreinigung der DrainGarden®-STREET-Anlagen zu vermeiden und keine Behinderungen durch offene Baugruben zu schaffen, kann diese Variante sinnvoll sein. Als vorteilhaft hat sich auch eine temporäre Einzäunung der Flächen erwiesen. Nach Abschluss der Bautätigkeit können die Randsteine gesetzt werden – auch auf das Untersubstrat. Im besten Falle ist auch die Oberflächengestaltung der Straßenoberflächen abgeschlossen. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Neigungen und das Niveau des Straßenbelags (muss über der Einlaufhöhe der DrainGarden®-STREET-Flächen sein) einen Zulauf zu den Sickerflächen ermöglichen. Anschließend wird die Schutzschicht und das Schutzvlies entfernt, das Obersubstrat eingebracht, die Bepflanzung gesetzt und die Fläche in den meisten Fällen mit Schottermulch abdeckt.
  • In beiden Varianten werden die Randsteine in einem Wechsel von Hoch- und Tiefboard gesetzt, um den Einlauf in die Sickerflächen zu ermöglichen. Optional kann vor den Einläufen auch ein Absetzschacht gesetzt werden. In manchen Fällen hat sich die Verwendung einer oberflächlichen Abflussrinne, zur besseren Verteilung und Leitung des Wassers, als sinnvoll erwiesen. Auch die Einleitung aus Querrigolen oder ähnlichem ist prinzipiell möglich. Hierbei ist die Tiefe der Einleitung für die Bemessung und Planung zu beachten, da bei einer zu tiefen Einleitung die Reinigungsleistung womöglich nicht gegeben ist und auch das oberhalb liegende Material für die Bemessung nicht herangezogen werden kann.

  • Abschließend werden die Baustellen von unseren Mitarbeitern nochmals kontrolliert und abgenommen. Es wird eine Einbaudokumentation und ein Zertifikat über die einwandfreie Funktion erstellt und an den Bauherren übermittelt.

  • Die Abrechnung der durchgeführten Arbeiten erfolgt nach den gelieferten Mengen und bildet den Abschluss des Projektes.

Bepflanzung DrainGarden®-STREET

Die Bepflanzung ist ein essentieller Teil des DrainGarden®-STREET-Systems. Wir bieten eine Bepflanzung unserer Sickerflächen quasi aus einer Hand an, da unsere Partnerfirma, die Gartengestaltung Rath GmbH, diese auch im Zuge der Projektabwicklung ausführt. Das gewährleistet auch, dass die Flächen nicht zu lange ohne Bepflanzung bleiben, was zu einer Reduktion der Funktionsfähigkeit führen kann. Außerdem werden die Flächen, wenn sie ganz fertiggestellt sind, eher als schonungswürdige Anlagen wahrgenommen und nicht so leicht verschmutzt oder zum Beispiel als Lagerflächen missbraucht.

Selbstverständlich können die Flächen aber von jedem Gartengestalter oder der Gartenabteilung der Gemeinden bepflanzt werden.

Generell gibt es keine Einschränkungen bei der Bepflanzung – wir habe dennoch einige Empfehlungen. Nähere Hinweise dazu finden Sie unter dem Punkt Bepflanzung Allgemein.

Wartungs- und Pflegehinweise DrainGarden®-STREET

DrainGarden®-STREET-Anlagen sind Sickeranlagen gemäß ÖWAV-Regelblatt 45. Die Versickerungseinrichtungen sind als begrünte technische Filteranlagen zu klassifizieren und müssen somit gewartet und gepflegt werden. Für eine dauerhaft funktionierende Anlage sind die im Folgenden aufgelisteten Maßnahmen erforderlich.

  • Jährliche Sichtprüfung der Anlagen durch eine fachkundige Person.
  • Kontrolle der Anlagen nach Starkniederschlagsereignissen auf Verschlämmung und Ausschwemmungen.
  • Kontrolle von Absetz- und Kontrollschächten jährlich bzw. nach Starkregenereignissen auf Funktionstüchtigkeit.
  • Eventuell ein Durchspülen der Drainage- und Sickerrohre durchführen.
  • Es dürfen nachträglich keine Veränderungen des Substrates durchgeführt werden.
  • Minimale Ölmengen werden abgebaut, größere erfordern den Aushub und die Entsorgung des kontaminierten Materials. Das fehlende Volumen muss wieder mit DrainGarden®-Substrat aufgefüllt werden.
  • Das Spezialsubstrat darf nicht mit anderen Materialien vermischt werden.
  • Es darf nachträglich keine Versiegelung bzw. starke Verdichtung der DrainGarden®-Sickerflächen erfolgen.
  • Bewusstes Einleiten von stark verunreinigtem Wasser ist zu vermeiden.
  • Wenn nicht explizit anders ausgewiesen, und von der Zenebio GmbH bestätigt, ist das Substrat nicht überbau- oder befahrbar!
  • Die Bepflanzung ist ein elementarer Teil des Systems und trägt maßgeblich zur Funktionstüchtigkeit der Anlage bei.
  • Ausfälle der Bepflanzung auf Grund biotischer, abiotischer oder anthropogener Faktoren sind möglichst rasch zu ersetzen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass keine konventionelle Ballenware verwendet wird. Der Schlämmkornanteil im Ballensubstrat muss unter 10 % liegen.
  • Bei Ausführungen der Oberfläche mit Rasenbewuchs sollte eine dauernde Oberflächenbedeckung von mindestens 90 % vorhanden sein.
  • Durchführung der Grünpflege und Mäharbeiten nach Erfordernis.
  • Jeglicher Pflanzenschnitt (Grasschnitt) nach Mäharbeiten oder Formschnitten, etc. ist zu entfernen, da das verwitternde Material zu Verschlämmungen führen kann.
  • Eine zusätzliche Düngung der Pflanzflächen ist nicht erforderlich. Der Nährstoffeintrag über Luft und Wasser ist normalerweise ein ausreichender Dünger.
  • Verunreinigungen der Oberfläche durch Müll oder ähnliches sind zu vermeiden und gegebenenfalls zu entfernen.
  • Eine periodische Säuberung der Oberfläche wird nach dem Blattfall im Herbst und im späten Frühjahr empfohlen.
  • Der Einlauf in die DrainGarden®-Fläche muss ständig gewährleistet sein.
  • Verschlämmungen im Bereich des Einlaufs sind gegebenenfalls zu entfernen. Entnommenes Material ist mit DrainGarden®-Substrat zu ersetzen.
  • Da Pflanzen Lebewesen sind, brauchen Sie genügend Flüssigkeit und somit auch in DrainGarden®-Anlagen eine Bewässerung. Bezüglich der zeitlichen Abfolge und Notwendigkeit sind hier die Regenintervalle zu beachten. Bei längeren Hitzeperioden ist eine Bewässerung unbedingt erforderlich!

Eine Nichteinhaltung der hier angeführten Hinweise kann zu einem Versagen der Anlage bei Abflussspitzen führen. Weiters kann es durch falsche oder ungenügende Wartung bzw. Pflege zu einer beschleunigten Alterung kommen, die die Funktionstüchtigkeit der Anlage stark verringert.

Auf Wunsch kann eine jährliche Überprüfung der Anlagen durch die Zenebio GmbH vereinbart werden.

Im Winterbetrieb kann es durch Gefrieren des Bodens, Eisbildung und Akkumulation von Schnee zu einer Verringerung der Versickerungsfähigkeit kommen. Bei lang andauernden Frostperioden können Versickerungsanlagen, insbesondere offene Anlagen, auch ausfallen.

Eine projektierte Versickerungsanlage wird, so wie jedes Entwässerungssystem, auf ein bestimmtes Bemessungsniederschlagsereignis dimensioniert. Bei Überschreitung der angenommenen Regenmengen (DrainGarden®-Anlagen sind normalerweise auf ein 30 jährliches Ereignis ausgelegt) ist mit einem Wasseraustritt zu rechnen. Um Schäden im Überlastungsfall zu vermeiden, ist immer ein Notwasserweg vorzusehen. Das kann z.B. ein Abfluss in den Vorfluter oder eine Einleitung in den Regenwasserkanal sein. Das Gefälle der Verkehrsflächen und die Außenanlagen sind so zu gestalten, dass das anfallende Regenwasser im Überlastungsfall an der Oberfläche temporär stehen bleibt oder schadlos oberflächlich abfließt.